Kleider

Die richtigen Kleider sind natürlich ein grosses Thema wenn man eine solche Tour  beabsichtigt. Doch was sind die richtigen Kleider in einer Gegend, die zwar als klimatisch mild auf  diesem Breitengrad gilt, aber Wetterumschwünge auch im Sommer ganz schnell hochalpine  Züge annehmen können. So ist bei einem „normalen“ Trekking während dem Sommerhalbjahr eine 3 Schichten –  Bekleidung üblich, hier habe ich mich aber für ein 4 Schichtenprinzip entschieden. Vom Alpinismus herkommend ist mir Wetterschutz und das sogenannte „Zwiebelprinzip“ nicht unbekannt, habe mich aber in den vergangenen Jahren auch eher der traditionellen  Bekleidung gewidmet und den Sprung zu hochtechnischer Bekleidung ein wenig verdrängt Für diese Tour habe ich mich aber entschieden  genau diesen Schritt zu machen und die  Kleiderhersteller auf den Prüfstand zu nehmen. Nach sehr eingehenden Tests und mit beratender Unterstützung von Herstellern und Händlern, habe ich mir eine Ausstattung zusammengestellt, welche meinen Anforderungen entspricht. Ich gebe aber zu, dass das eine oder andere liebgewonnene „alte“ Kleidungsstück trotzdem einen Platz im Gepäck gefunden hat, hier hat die Erfahrung gegenüber der Technik gesiegt.

Die Zusammenstellung ist ein kunterbuntes Sammelsurium von Marken. Grund dafür war, das ein Kleidungsstück zwar sehr gut meinem Wunsch entsprach, das dazugehörige 2.Stück  aber nicht. Die Markenwahl hat hier definitiv keine Rolle gespielt.

Schicht 1: Die unterste Schicht ist für den Abtransport der Feuchtigkeit (Schweiss) verantwortlich. Hier habe ich mich für rein synthetische kurze und lange Unterwäsche entschieden. Die sehr leichte und schnelltrocknende Wäsche ist zudem auch sehr pflegeleicht.Die lange Version wird bei kühleren Tagen auch eine gewisse Isolation bieten.Die Socken „Woolpower 400“ (BILD) sind als einziges Kleidungstück in grosser Anzahl vorhanden.Da die Füsse über 3 Monate rund 100 Kg Bruttogewicht über 2700 Km tragen müssen, gehört ihnen meine grösste Aufmerksamkeit. Hier kommen insgesamt 5 Paar mit auf die Tour ( 2 Paar davon unterwegs verteilt auf 2 Depots). Das Material besteht aus 65% Merino, 30% Polyamid und rund 5% Elasthan.

Schicht 2: Diese Schicht hat eine multifunktionelle Aufgabe. Die Lage besteht aus einer langen Merino  Hose (BILD) und einem langärmeligen Merinoshirt (BILD) . Die Wahl fiel auf die 200er und  260er Serie von Icebreaker. Zum einen hat diese Schicht die Aufgabe zu isolieren aber gleichzeitig auch den Feuchtigkeitstransport von der ersten Schicht nach aussen weiterzuführen. Früher waren dies hauptsächlich Baumwollprodukte. Merino Schafwolle hat aber mehrere  Vorteile gegenüber der Baumwolle, sie ist erstens wesentlich leichter und zweitens  trocknet sie viel schneller. Zum zweiten bietet Merino einen grossen Wohlfühlkomfort. Wer den ganzen Tag in  synthetischen Kleidern unterwegs ist, schätzt es sehr nach „getaner Arbeit“ in warmer  Merinowolle einzutauchen. Zusätzlich wird eine leichte Fleecejacke von Mammut / Eschler  (BILD) mit auf die Reise kommen. Mein absolutes Lieblingsstück, alt aber immer noch Top,  welches mir schon unzählige Male herrliche Wärme gespendet hat.

Schicht 3: Diese Schicht ist die erste Lage welche Schutz von aussen bieten soll. Entschieden habe  ich mich für eine Hose der Marke Lundhags (BILD) aus Schweden. Diese Hose hat den Vorteil relativ leicht zu sein, elastisch und trotzdem einen guten Schutz gegen Nässe und Wind bieten zu können. In ihren grossen Beintaschen hat sie Platz für Karten und Kompass,  besitzt Belüftungsschlitze an der Seite und ist an den Beinenden mit Haken an den Schuhen einhängbar. Als Ersatz nehme ich eine sehr leichte Dura Stretch Hose von Salewa (BILD) mit. Seit Jahren ein sehr zuverlässiges Kleidungsstück. Die Wahl der Soft Shell Jacke hat mir am meisten zu denken gegeben, da hier eine unglaubliche Auswahl auf dem Markt herrscht. Wichtig für mich war ein gewisser Schutz vor Feuchtigkeit und Wind, um bei wechselhaften Bedingungen nicht immer einen Kleiderwechsel zu vollziehen.  Andererseits sollte eine gute Atmungsaktivität vorhanden sein um bei Anstrengung nicht   zu schwitzen. Per Zufall stiess ich bei der Suche inmitten grosser und teurer Namen  auf eine in der Schweiz eher unbekannte Marke Namens Kaikkialla. Das Kim Jacket (BILD)  erfüllte alle meine Wünsche nahezu perfekt. Sie ist leicht, atmungsaktiv, geht bei Regen  nicht gleich in die Knie und hat eine Achsselbelüftung, und sie ist zu einem hervorragenden Preis erhältlich!

Schicht 4: Die sogenannte Sturmschicht hat die Aufgabe, nun den wirklich harten äusseren Bedingungen zu wiederstehen. Da meine alte Hard Shell Jacke von Haglöfs ans Ende ihrer Tage gekommen ist, war es an der Zeit hier einen Neuzugang auszuwählen. „Never change a winning Team“ war meine Ausgangslage zu dieser Frage, und es war für mich klar der gleichen Marke auch jetzt wieder mein Vertrauen auszusprechen. Da ich diese Jacke auch im Gebirge nutzen möchte, sollte es nun wirklich ein Top Produkt sein. Ausgewählt habe ich, nach unendlich vielen Anproben im Laden, das Ratio Jacket von Haglöfs (BILD) . Diese unglaublich leichte Hard Shell Jacke bietet einen hervorragenden Schutz gegen Wasser und Wind, hat die Taschen am richtigen Ort und besitzt unter den Armen Belüftungsschlitze. Die Kapuze ist mehrfach verstellbar und hat innwendig einen speziellen gefütterten Kragen welcher verhindert das Zugluft an den Rücken kommt. Die Farbe Orange ist zudem bei einem Notfall als Signalfarbe gewählt.

Diverses: Mütze und Handschuhe aus dem Kleiderschrank, sowie Gamaschen welche den gröbsten Schmutz und Nässe von meine Schuhen und Beinen fernhalten soll. Eine sehr leichte Regenhose der Marke Mammut Drytech für intensivere Niederschläge.

Fazit: Das Gesamtgewicht aller Kleidungsstücke beläuft sich auf rund 3.7 Kilogramm, (dies war vor 20 Jahren eine Hose, ein Pullover und eine Jacke!), also eine sehr erstaunliche Entwicklung, welche auf diesem Sektor stattgefunden hat. Ich bin überzeugt mit dieser Ausrüstung einen qualitativ hochstehenden Schutz und Komfort geniessen zu dürfen, und bin gespannt ob die Werbung auch wirklich hält was sie uns für den „Ernstfall“ verspricht.

 

 

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