Teil 1/15 : 2014

Als ich mich 2013 entschloss die Tour weiterzuführen, war mir aber auch klar, ich wollte ein Jahr Pause einlegen. Ich wollte nicht einfach nach Norwegen fahren um Norge på langs endlich fertig zu machen, sondern ich wollte die ganze Ambiance der Vorbereitung nochmals geniessen. Dieses langsam nervös werden, immer ungeduldiger nach vorne zu schauen, die Karten „zum ich weiss nicht wie vielten Male“ anschauen usw. Langweilig sollte es mir ja kaum werden, denn es waren wieder einige Blogs zur Sommertour aufgeschalten worden, und so konnte ich mich freuen, andere Läufer durch den Norden wetzen zu sehen.

Noch bevor der Frühling kam, hatte ich schon die ersten Mails im Kasten, von NPL Läufern welche mich nach Tipps und Informationen fragten. Es schien, dass sich meine jahrelange Planung schon im Internet rumgesprochen hatte. So nett ich das ja fand, so vorsichtig war ich aber mit der Herausgabe von Informationen, denn ab der Mitte Norwegens war ja alles nur theoretisches Wissen. Ich wollte ja niemanden mit Fehlinformationen auf den Holzweg schicken. Aber es bildeten sich sehr tolle Kontakte, so zu einem jungen norwegischen Paar das von Süd nach Nord unterwegs war, einem jungen Norweger der mit seinem Hund von Nord nach Süd lief und einem finnischen Paar, welches ebenfalls mit einem Hund vom Nordkap nach Lindesnes wanderte. Und was für einem Hund……. ein Dackel !! Antti und Cecilia mit ihrem Vierbeiner Bilbo sollten dann 2015 noch eine Rolle auf meiner Tour spielen, denn sie mussten 2014 in der Hälfte abbrechen und wollten 2015 ihre Tour weiterführen.

Nach einem sehr kühlen und stürmischen Frühling, die Nordkapläufer waren unter gar keinen Umständen zu beneiden, stellte sich Ende Juni ein Rekordsommer ein. Während wir in Mitteleuropa unter Kälte und Nässe darbten, wurde im Norden ein Hitzerekord nach dem anderen gebrochen. Was zu Beginn nach einem super Norge på langs Jahr aussah, entwickelte sich aber mehr und mehr zu einer harten Tour. Trotz des wochenlang andauernden schön blauen Himmels, war es zu trocken, zu heiss und alles was fliegen und stechen konnte war hyperaktiv. Die Enttäuschung, ein solches Jahr nun verpasst zu haben, hielt sich sehr schnell in Grenzen.

Ich konzentrierte mich intensiv auf meine Tour und wollte wieder perfekt vorbereitet sein, damit ich das Laufen in vollen Zügen geniessen konnte.

Mit vielen Berg- und Skitouren hielt ich mich fit, die ut.no – Karte wurde mittlerweile zu meiner zweiten Heimat und die Ausrüstung wurde nochmals überarbeitet. Nach einigem tüfteln und umstellen, erreichte ich für 2015 nun nochmals eine Gewichtsreduktion von 2 Kilogramm und kam nun auf 14 Kilogramm Nettogewicht ( ohne Proviant ). Dies erlaubte mir nun satte 10 – 11 Kilogramm Proviant einzupacken, und kam so nicht mal über mein gewünschtes Limit von 25 Kilogramm. Die grössten Änderungen an der Ausrüstung waren das Zelt und der Kocher. Ich erhielt die Gelegenheit, das allerneuste Hilleberg Akto zu testen, das Zelt dass mich früher schon so oft begleitet hatte, und das liess ich mir sicher nicht entgehen.

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Ebenfalls entschied ich mich auch meinen Trangia Spiritus Kocher zuhause zu lassen. Obwohl ich das Teil liebe und es sich auf allen Touren bewährt hat, habe ich ihn 2013 praktisch nur für das Wasser kochen benützt. Mit den vielen Hütten unterwegs, gibt es genügend Möglichkeiten einmal richtig zu kochen, und nur für Kaffeewasser und Heisswasser für die Tütennahrung, braucht es nicht mehr als einen Gaskocher. Hier entschied ich mich für den Jetboil Sol Ti Kocher . Klein, leicht, extrem schnell und sehr sparsam, ein absolutes Wunderding. ( Da haben so manche unterwegs gestaunt 😉 )

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Der Herbst und das Ende der Sommertouren 2014 in Norwegen, verlief nach dem heissen Sommer dann allerdings wieder sehr kalt und nass. Ich freute mich aber, dass es 2014 wieder einige schafften und ihr Ziel erreichten und ihren Traum erfüllen konnten.

Im Frühling 2015 entschied ich mich dann auf das Startdatum 25. Juni und eine Dauer von 8-9 Wochen, plus 2 Wochen Reserve. Mehr als Luxuriös, was ich da an Zeit andachte, aber ich wollte mir nun definitiv auch die Zeit geben, vielleicht auch mal schlechtes Wetter aussitzen zu können, oder einfach auch mal einen Ruhetag irgendwo geniessen zu dürfen.

Den Startort setzte ich über 350 Kilometer südlich von Umbukta / Mo i Rana an. Als ich 2013 der E 6 Strasse entlang lief und all die schönen Flecken Norwegens, wie das Blåfjella oder Børgefjell neben mir vorbei zogen, war das schon sehr frustrierend. Nun hatte ich ein zweites Mal die Gelegenheit und diese wollte ich nun auch nutzen.

Die rote Linie zeigt den Tourverlauf 2013 und die blaue Linie der geplante Verlauf für 2015.ScreenShot_20160210153919 Nun hatte ich mich also entschieden, diesen Part von Norge på langs 2 Mal zu laufen, wenn auch auf unterschiedlichen Routen. Als Startort definierte ich Verdal, dass ich von Trondheim aus gut mit dem Zug erreichen konnte. Der anfängliche Plan, die Tour in der Ferslia DNT Hütte wieder aufzunehmen, da wo ich 2013 im Sumpf stecken geblieben bin und wo ich Norge på langs im Hinterkopf schon fast beendet hatte, liess ich allerdings fallen. Auch wenn es emotional gepasst hätte dort zu starten, wollte ich mich nicht schon gleich zu Beginn wieder in den Sumpf schlagen. So entschied ich mich für das 40 Kilometer nördlich gelegene Verdal.

So hiess es nur noch abzuwarten und sich unendlich darauf zu freuen, zurück auf Norge på langs zu gehen, den zweiten Teil in Angriff zu nehmen………

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