Teil 2/15 : Der erneute Start

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Unglaublich…… da sitz ich nun im Flieger und düse nach Norwegen! Ganze 22 Monate ist es her, seit ich mich im Herbst 2013 dazu entschieden habe die Tour zu beenden. Und nun ist der 25. Juni 2015 tatsächlich gekommen. Ich hatte im Herbst 2013 doch ein wenig Bammel, denn, würde ich die lange Zeit ohne grössere Entzugserscheinungen überleben ?? Doch die Befürchtungen waren umsonst, die Zeit verging wie im Flug und nun sass ich da im Sitz der Scandinavian Maschine auf dem Flug nach Oslo und…….? Konnte das wirklich sein ? 25. Juni ? Späterer Nachmittag? Flug zwischen Zürich und Oslo? Scandinavian?

Tatsächlich, es waren auf den Tag und die Stunde exakt 2 Jahre her, als ich dieselbe Strecke, zur gleichen Zeit und mit der gleichen Gesellschaft abflog. Dieses Mal nur in die andere Richtung….. ein Kreis begann sich zu schliessen, und es sollte nicht der letzte sein!

Nach dem kurzen Hopser weiter nach Trondheim, quartierte ich mich in einem Hotel ein. Der 2. Tag war reserviert für Proviantkauf und die kurze Zugsreise nach Verdal, von wo ich per Anhalter an meinen c.a. 35 Kilometer entfernten Startpunkt gelangen wollte.

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Trondheim

Zu meiner grossen Freude traf ich am Morgen zwei Freunde, welche auf der südlichen Durchreise waren und gerade vom Nordkap herunter kamen. Kälte, mehrheitlich schlechtes Wetter und Schnee waren ihre Begleiter unterwegs gewesen. Na, das tönte nun nicht wirklich toll. So hoffte ich diesen Part des Wetters nun zumindest hinter mich gebracht zu haben, Hoffnung stirbt zuletzt !

Nach meinen Einkäufen und der kurzen Zugsfahrt, stand ich am Bahnhof Verdals und beobachtete die Strasse ins Hinterland, welche mich an meinen Startpunkt bringen sollte. Doch da fuhr niemand entlang, keine Chance eine Mitfahrgelegenheit zu ergattern. So quatschte ich einen jungen Taxifahrer an, welcher gelangweilt am Bahnhof stand. Er sah wohl schon am Rucksack an,  wohin ich wollte…. „Bynavollen?“ Genau dorthin sollte es gehen. Er habe im Sommer ab und zu jemanden der in die Skjækerdalshytta DNT wandern wolle. Also genau mein Plan, denn ab Bynavollen fängt der DNT Pfad an, welcher zur Skjækerdalshytta DNT führt. Als ich mit dem Fahrer über mein Vorhaben sprach, war er doch relativ perplex und erliess mir gleich die Hälfte des Preises. Tusen takk !

Der Start zum grossen Lauf

Und so stand ich eine Stunde später inmitten der grossen Wälder des Skjækerfiella National Parks…..

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Skjækerdalen / Bynavollen

Kaum hatte mich der Fahrer an der Waldstrasse abgesetzt und sein Taxi hinter der nächsten Kurve verschwand, war sie wieder da, diese unglaubliche Ruhe. Ich holte tief Luft und wusste, ich war wieder da, ich war wieder unterwegs………. yeeehaaaa !!!!

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Skjækerdalen

Nach 4 Kilometern Kiesstrasse traf ich dann schlussendlich auf den DNT Pfad. Es schmatzte, schlurfte und platschte unter meinen Füssen. Ich kannte dieses Geräusch von 2013 nur zu gut, doch dieses Mal entlockte mir dieses Geräusch nur ein müdes Lächeln, irgendwie freute ich mich sogar das wieder zu hören.

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Nicht etwa ein Bächlein im Wald…… sondern der DNT Pfad zur Skjækerdalshytta

Es war beinahe ein Heimkommen, als ich die Schwelle der Skjækerdalshytta überschritt.

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Skjækerdalshytta DNT

Nach einer ruhigen Nacht, ich hatte die ganze Hütte für mich alleine, checkte ich das Wetter, denn ein absoluter Höhepunkt meines Norge på langs lag schon in der Nähe. Die Besteigung des Skjækerhatten (1139 MüM ). Schon 2013 war es mein Ziel diesen Berg zu erklimmen, gilt er doch als „der“ Aussichtsberg Mittelnorwegens. Die Prognosen war schlicht perfekt ! Der 2. Tourtag sollte eine maximale Wetterverbesserung bringen, und der Tag für den Berg versprach Prachtswetter.

Ein herrlicher Wandertag entlang des Skjækerdalen und des Skjækervatnet, führte mich über die private Lågvashütte zur Setertjønnhytta DNT .  Entlang des Skjækerfjella Gebirges erkannte ich schon sehr bald, dass hier doch noch recht viel Schnee auf den Gipfeln lag, und das Ende Juni !! Nichtsahnend  das mich die Schneefrage die nächsten 3-4 Wochen noch fast täglich beschäftigen wird. Doch nun traf ich auf einen höchst interessanten Ort, den geographischen Mittelpunkt Norwegens…..???? Wie um alles in der Welt konnte der wohl berechnet werden…..keinen blassen Schimmer! Doch er war mit Sicherheit ein touristischer Anziehungspunkt, da weisen die vielen Einträge im Gästebuch hin.

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Geographischer Mittelpunkt Norwegens

Am Horizont war dann auch schon mein Gipfelziel des nächsten Tages in Sicht, der Skjækerhatten.

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Skjækerhatten 1139 MüM

Die Wetterprognose hielt was sie versprach, und so war bei der Ankunft an der Setertjønnhytta DNT dann auch das versprochene Kaiserwetter.

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Setertjønnhytta DNT

Nach einem eiskalten Bad im benachbarten Bach, döste ich in der Abendsonne der Hütte, als plötzlich eine Gruppe Senioren auftauchte. „Wird wohl nichts mit alleine die Hütte geniessen“ dachte ich noch, und schon befand ich mich mitten in einer Jägermeister-Apero-Runde und genoss die mitgebrachten Apero Häppchen der netten Leute. Typisch norwegisch, wer anwesend ist gehört an den Tisch!

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Alle waren fasziniert von der Idee, Norwegen der Länge nach zu Fuss zu durchqueren, und fragten mich bis ins Detail aus. Es entwickelte sich eine total nette Stimmung ( kein Wunder nach zwei Flaschen Jägermeister ). Doch einer am Tisch übernahm nun die Unterhaltung und erzählte aus seinem Leben als einziger Perlmuschelforscher Norwegens. Er erforschte nicht etwa Perlen aus der Südsee, sonder echte, norwegische Perlaustern. Und diese seien gerade hier in der Gegend zu finden! Glauben tat das schon lange niemand mehr am Tisch, und so schritt Jan zur Beweisführung an…..

Tatsächlich nicht zuviel versprochen. Perlen fanden wir zwar keine, doch die Austern waren tatsächlich da. Ein unglaublich interessanter und schöner Abend endete mit frisch gefangener Braunforelle, Elchsteaks und mit viieeel Rotwein.

Als ich am Morgen in meinem Zimmerchen erwachte, war ich allein dort. Es hatten doch tatsächlich ein paar draussen am Feuer übernachtet, sie wollten mir eine ruhige Nacht gönnen, damit ich Fit an den nächsten Wandertag gehen konnte. Herzensgut diese Leute!

Allerdings, so fit war ich nach diesem Abend dann auch wieder nicht!!! Aber dieses Wetter, Hammermässig…….

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Skjækervatnet

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Skjækerhatten

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Skjækerhatten ich komme !

Es ging dann aber gleich deftig an die Arbeit. Einige grosse Bäche mussten gewatet werden, sumpfiges Gelände wo man hinschaute und, der in der Karte angegebene kleine Pfad zu einer Fischerhütte am Einstiegssattel des Berges, war natürlich auch nirgends zu sehen. Doch die Landschaft war grandios und ein wahrer Augenschmaus. Nach einer kleinen Pause am Einstieg zum Sattel hoch, lief mir plötzlich ein junger Norweger über den Weg. Bjørn hatte hier in der Nähe campiert und war auf dem Weg zum Gipfel. Nach einem kurzen Schwatz, entschieden wir uns zusammen aufzusteigen. Während er mit dem kleinen Tagesrucksack wie eine Gemse den übermässig steilen Sattel hochsprintete, sah ich mit meinen 25 Kilogramm am Rücken wohl eher wie ein lahmes Mammut aus. Und ich fühlte mich auch so!

Doch nach einer knappen Stunde hatte auch ich das geschafft und war froh, den Rucksack im Sattel zu deponieren, und mit ein wenig Proviant den Rest des Berges gemütlich hochzulaufen. Über weite Schneefelder ging es zackig hoch und nach rund 40 Minuten standen wir oben. Wir brachten unsere Münder kaum mehr zu, was für ein Blick nach allen Seiten !!!

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Sattel des Skjækerhatten

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Blick nach Westen auf den Skjækervatnet See

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Blick nach Süden. Skjækerfjella Gebirge

Beim Blick nach Süden, war dann auch der Hausberg der Ferslia Hütte zu sehen. Was für Erinnerungen an den Tag, als ich das unerreichbare Skjækerfjella Gebirge sah….

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2013… Skjækerfjella Gebirgszug am Horizont

Richtung Osten waren dann schon die schwedischen Alpen zu sehen und…. Gaundalen! Mein Tagesetappenziel Gaundalen besteht aus einem einzigen Hof inmitten der Wildniss. Keinerlei Wege oder Strassen, abgeschnitten von jeglicher Zivilisation. Gaundalen ist für jeden Norge på langs Läufer ein absolutes Muss auf seinem Weg nach Nord oder Süd.

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Die grüne Insel hinter dem See….. Gaundalen

Der Weg dorthin war noch sehr weit und vorallem auch weglos. Daher hielt ich mich nicht allzu lange auf dem Berg auf. Ich stieg gemeinsam mit Bjørn in den Sattel ab und verabschiedete mich dort von ihm. Ich schnappte meinen Rucksack und traversierte den Sattel Ostwärts. Wäre nicht soviel Schnee gewesen und die Wetteraussichten für den nächsten Tag ziemlich mies, wäre ich wohl hier oben geblieben und hätte campiert. Was für ein toller Ort ! Der Weg runter ins sogenannte Vera Tal brachte mich nun auch auf die eigentliche Norge på langs Route zurück. Das Vera Tal ist ein relativ sumpfiges, wegloses Gelände und somit auch nicht unbedingt beliebt bei den Läufern. Den Umweg den ich gemacht habe, kann ich allerdings mehr als empfehlen. Diese maximal 2 Tage mehr, sind jede Investition wert. Ob der Gipfel bestiegen wird oder nicht, hier heisst es: beide Daumen hoch!

Ferslia

Rote Linie: Norge på langs Route / Blaue Linie: Meine Route / Gelbe Linie: Alternative Umgehung zum Vera Tal

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Grønlivatnet / Vera Tal

Nach dem Abstieg vom Sattel traf ich auf eine phantastische Landschaft im Vera Tal. Jeder Schritt ein Vergnügen, obwohl der Tag lang und die Anstrengung nicht ganz ohne waren, jede Rast ein Traum. Ab und zu ein Blick über die Schulter…… Bärenland ! Doch ausser ein paar vertrocknete Haufen, war von Meister Petz nichts zu sehen. Am Grønlivatnet traf ich dann auf ein kleines Kraftwerk am Seeende. Die ersten Spuren des Selbstversorgers in Gaundalen.

Gaundalen

Nach rund 10 Stunden kam dann endlich der Hof von Gaundalen in Sichtweite.

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Gaundalen

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Schon von weitem war dann auch Steinar Gaundalen schon zu sehen. Der Hausherr schien auf mich zu warten….???? Steinar ist ein sehr aktiver Facebookler, aber wusste er denn von meiner Ankunft ?

Na, Du bist ja viel schneller hier als ich gedacht habe! “ war sein erster Zuruf. Nein, das konnte nicht mich betreffen. Und tatsächlich, nach der Begrüssung erzählte er mir, dass ein Tag zuvor ein junger Norweger anrief und seine Ankunft ankündigte. Ein Norge på langs Läufer ! Oha…..noch einer?

Die Gaundalens besitzen eine kleine Hütte, die sie mit ein paar Gästebetten ausgerüstet haben. Ich bezog ein Zimmerchen, ass etwas zu Abend und dann tatsächlich…. stapfte ein Rucksack mit zwei Beinen den Hügel zum Hof hoch. Øyvind Alvestad war an diesem Tag durch das ganze Vera Tal hochgelaufen, c.a. 40 Kilometer !!

Was für eine tolle Überraschung, hier einen anderen Norge på langs Läufer zu treffen.

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Øyvind Alvestad und ich in der Abendsonne Gaundalens

Wir genossen die Abendsonne an diesem wunderschönen Ort, wurden von den Gaundalens mit Kaffee und Kuchen verwöhnt und……… Gratis WiFi ! Naja, es wäre auch ohne gegangen, aber die neusten Wetterdaten reinzubekommen war nicht ganz übel.

( Steinar Gaundalen hatte sich vor Jahren dazu entschlossen, eine Pilotenlizenz zu machen, einen Hangar zu bauen, ein Flugzeug zu kaufen und noch gleich eine Piste zu präparieren. Somit gilt Gaundalen als die einzige „Hütte“ Norwegens mit angegliedertem Flugplatz 😉  Somit wurde er unabhängig von einem rund 7-8 stündigen Weg in den nächsten Ort. )

Als Pilot konnte er uns natürlich hervorragend über die Verhältnisse nordwärts und das örtliche Wetter hier Auskunft geben. Mein Plan direkt nordwärts zu laufen, versank sogleich im Sumpf. Steinar riet davon ab direkt nach Gressamøen, durch das Moor zu laufen, der Schmelzwasserstand war zu hoch. Und Øyvind….. er hatte überhaupt keinen Plan. So berieten wir uns und entschieden doch die nächsten 2-3 Tage zusammen durch das Blåfjella zu gehen. Da die Wetteraussichten für den nächsten Tag haarsträubend nass waren, wollten wir ostwärts zur Holden DNT Hütte laufen, und von dort weiter nach Gjevsjøen. Gjevsjøen war wie Gaundalen eine Enklave inmitten von Tundra und Fjell. Keinerlei Wege oder Strassen, abgeschnitten von jeglicher Zivilisation. Der Weg dorthin war nicht allzu weit, rund 25 Kilometer, doch das Terrain konnte sehr tief und sumpfig werden.

Zum Glück viel die Navigation sehr einfach aus. Steinar Gaundalen erzählte uns von einer Telefonleitung, welche von Gaundalen nach Gjevsjøen gebaut wurde, anno 1955. Seit langem nicht mehr in Betrieb, steht sie immer noch da und fristet ihr Dasein als Ruine.

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Øyvind und Steinar Gaundalen ( im Hintergrund die Telefonleitung )

Am nächsten Tag wollten wir zeitig einige Kilometer vorwärts kommen um dem grossen Regen am Nachmittag etwas zuvorzukommen. Steinar wünschte uns viel Glück und so zogen wir los………. immer der Leitung nach !

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Die Leitung in Gaundalen. Im Hintergrund der weisse Skjækerhatten.

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Sørskardet

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Holderenvatnet

Tatsächlich war die Orientierung ein einfaches Spiel. Es war unterhalb der Leitung sogar so etwas wie ein leichter Pfad sichtbar, das deutete doch darauf hin, dass hier ab und zu jemand vorbeikommt. Nach 4 Stunden kamen wir dann in Holden am Holderenvatnet an. Mittlerweile goss es wie aus Kübeln und der Nebel lag tief über der Landschaft. Die DNT Hütte liegt hier an einem hübschen Ort am See, ebenso liegen noch 3 Hütten eines Vereins daneben. Es scheint dass die Benutzer über den grossen See von der schwedischen Seite herkommend hier anlegen und wohl hier fischen gehen.

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Holden DNT

Wo sind die Finnen

Wir beziehen die Hütte für eine kurze Rast. Ein Blick gehört ins Hüttenbuch, denn so langsam vermisse ich „meine“ Finnen mit dem Dackel. Sie waren rund 1 Woche vor mir in der Nähe Nordlis gestartet, und müssten eigentlich seit 2-3 Tagen meinen Weg gekreuzt haben. Doch weder in Gaundalen noch hier war ein Zeichen der drei auszumachen, waren sie kurzfristig doch eine andere Route gegangen?

Øyvind und ich machten uns rasch auf den Weiterweg. Wir hatten hier in Holden c.a. die Hälfte der Tagesetappe hinter uns gebracht, aber das Terrain wurde bei diesem Regen nicht wirklich besser. Immer tiefer sanken wir im Morast und Schlamm ein, bahnten unseren Weg durch das Dickicht der Birken und Sträucher entlang der Telefonleitung…..

Würde man gezwungen solche Wandertage einzulegen, man würde wohl fluchen und reklamieren, doch hier ist nun alles anders. Fast meditativ schreitet man durch die Wildniss, spricht mit seinem Partner über Gott und die Welt oder läuft wortlos stundenlang neben her. Es sind die Stunden in denen die Gedanken tanzen, Erinnerungen plötzlich akut werden, Gefühle ganz nah werden, man fühlt sich irgendwie in einer anderen Sphäre zuhause.

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Wegweiser im Nirgendwo

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Immer wieder liegen die Drähte der Telefonleitung am Boden, da heisst es aufpassen!

Plötzlich hören wir einen tieffliegenden Hubschrauber hinter uns. Kurze Zeit später wieder………. Voller Panik nehmen wir beide unsere Rucksäcke vom Rücken und packen schnell unsere Notsender aus. Hatte vielleicht eines der Geräte ein Fehlalarm ausgelöst ? Doch es war definitiv Fehlalarm, alles in Ordnung. Der Hubschrauber war in anderer Mission  unterwegs, nochmals Glück gehabt, denn das könnte ziemlich teuer werden!

Wir waren nur noch wenige Kilometer von Gjevsjøen entfernt, da fiel mir plötzlich etwas farbiges im Wald auf. Mitten im Sumpf, inmitten dichtem Birkengestrüpp war doch da jemand? Himmel….. ich glaub`s ja nicht……………. DIE FINNEN !!!

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Unglaublich, da sassen die drei gemütlich unter einer Plane und liessen sich kaum vom schlechten Wetter beeindrucken. Ich freute mich riesig Antti, Cecilia und Bilbo zu treffen! Øyvind konnte kaum glauben was er da sah, da war doch tatsächlich ein Dackel inmitten dieser Wildniss. Wir sassen zu den Dreien und genossen den Schwatz bei Kaffee und Keksen. Sie waren nicht in Gjevsjøen, sondern campierten an einem kleinen See etwas östlich des Hofes. Bilbo schätzte diese Nacht aber scheinbar gar nicht und hatte die zwei mit seinem Gebelle kaum schlafen lassen. Sie wollten an diesem Tag noch bis in die Hütte nach Holden. Wir gingen nun auch rasch weiter nach Gjevsjøen ans Trockene.

( Antti, Cecilia und Bilbo sollten auch dieses Jahr leider nicht all zuviel Glück mit dem Wetter haben, und brachen nach 5 Wochen ununterbrochenem Regen in Südnorwegen die Tour wieder ab. Ich hoffe sehr, dass sie 2016 das Ziel in Lindesnes gesund erreichen werden! )

2 Stunden später kamen wir in Gjevsjøen an. Vieles hatte ich schon gehört über diesen Ort, Positiv wie Negativ. Es schien, dass ich bei meinem Besuch hier mehr den negativen Charakter erwischt hatte. Obwohl irgendwie nicht willkommen, gab man uns ein kleines Häuschen wo wir uns trocknen konnten. Drin sah es aus, wie wenn eine Horde Fischer die letzten Tage durchgebechert und gefeiert hatten. Nach rund 1 Stunde aufräumen und den Ofen unter seinem ganzen Dreck aktivieren, konnten wir wenigstens etwas kochen und die Kleider trocknen. Wir fragten die Besitzer nach dem besten Weg ins Blåfjella hoch. Die Antwort war allessagend…“ einfach hinter dem Hof hoch, durch den Birkenwald, den Hügel rauf und….. achja, die Fischer von nebenan sahen gestern dort 2 Bären ! “ Okay, das sollte ja kein Problem sein und doch, ein wenig leer schlucken war dann doch zu hören!

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Gjevsjøen

Als uns der junge Gjevsjøen erklärte, dass die 2 Bären an einem kleinen See hier in der Nähe gesichtet wurden, schaute Øyvind mich erstaunt an. Nun wussten wir auch, warum der kleine finnische Dackel Bilbo letzte Nacht so unruhig war, als die drei dort campierten!

Wir entschlossen uns am nächsten Morgen so früh als möglich aufzubrechen. Unser Plan war es, möglichst an die 35 Kilometer norwärts bis zum Luruvatnet zu kommen. Mit einem weiteren 30 Kilometer Tag sollten wir dann in 2 Tagen Nordli erreichen.

3 Teil: Blåfjella und das erste Depot…………… folgt demnächst !

 

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