TreNTur / 2017

“ Und jetzt, nach Norge på langs, was ist Dein neuer Plan ? Welches Land durchquerst Du nächstes Jahr ? “  Wie oft habe ich diese Frage wohl in den letzten Monaten gehört, gerade im Zusammenhang mit meinen Live Reportagen und den veröffentlichten Reiseberichten. Und wie oft habe ich darauf geantwortet, dass da gar nichts geplant ist und für mich immer klar war, dass ich nun nicht immer grössere und längere Touren planen werde. Wohl kaum jemand hat mir das je geglaubt und meine Antworten wurden zu 99% immer mit einem Lächeln quittiert. Nun, irgendwie hatten beide Recht ! Es ist nach dieser wunderbaren Erfahrung Norge på langs in keinster Weise meine Absicht gewesen in Zukunft weitere solche Touren zu machen, aber es ist auch klar, dass ich danach nicht einfach Zuhause sitzen  und meine Füsse hochlagern werde.

Ich habe das unwahrscheinliche Glück, inmitten eines Paradieses zu leben, dass sich in Nachbarschaft eines UNESCO Welterbes befindet und wo ich mich in jeder freien Minute aufhalten kann. Zum anderen habe ich bis heute über 80 Länder dieser Welt bereist und kann mich wohl zurecht als Globetrotter bezeichnen. Eine Fernwanderung wie Norge på langs erfolgreich und mit so vielen unglaublichen Eindrücken absolvieren zu können, hat meine kühnsten Träume erfüllt. Doch dieses „Friluftsliv“ oder „Turglede“ wie die Nordländer gerne dem „Draussen sein“ sagen, hat auch mich gepackt, viel mehr als die in dieser Szene oft überbordende Leistungssucht nach immer mehr, noch länger und noch tollkühner. Schon während und vor allem nach der Tour war für mich klar, dass es viele Orte im Norden gibt, an welche ich zurückkehren möchte. Ich habe mich auch dazu entschieden, jedes Jahr zusätzlich Zeit neben meinen Ferien, für eine längere Wanderung oder eben das „Friluftsliv“ zu nehmen.

Und jetzt ist es also soweit. Nach einer Pause 2016 ist nun für 2017 ein wieder etwas grösseres Ding angesagt. Während sich der Süden Norwegens auch mal für kürzere Touren eignet, ist der hohe Norden doch eher für längere Unternehmungen prädestiniert. Schon nur die längere Anreise und die sich oft in tagelanger Einsammkeit befindlichen Landschaften, benötigen etwas mehr Zeit. Nachdem ich 2015 meine Norge på langs Tour beendet habe und so noch bestens für eine längere Tour vorbereitet und ausgerüstet bin, liegt es Nahe, auch gleich eine längere Reise anzuhängen.

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TreNTur / 2017

Der Name TreNTur / 2017 steht für die drei (Tre) N in der Tour (Tur) 2017. Als ich 2015 über viele Kilometer dem Nordkalottleden gefolgt bin, war mir klar, hier will ich unbedingt zurückkommen. Die Faszination dieses Teils von Skandinavien, lässt mich bis heute keinen Tag los.

So steht also das 1. N für………

NORDKALOTTLEDEN  ( Norwegisch Nordkalottruta ) Es wäre ja nun planerisch einfach gewesen, den bestehenden Nordkalottleden zu erwandern. Doch so ganz einfach ist das nun auch wieder nicht und hat mich auch nicht ganz zufrieden gestellt. Der 1993 von den Königshäusern Schwedens, Norwegens und der finnischen Regierung pompös eingeweihte 800 Kilometer lange Fernwanderweg, besteht vorwiegend aus schon bestehenden Wanderwegteilen, wie zum Beispiel dem Padjelantaleden, Kungsleden oder der Nordlandsruta. Wie Peter Bickel in seinem hervorragenden Buch : Nordskandinavien / Der Wanderführer auch schon erwähnt hat, braucht es nicht viel Fantasie um erkennen zu können, dass es hier bei der Eröffnung auch darum ging, abgelegene Gebiete und Hütten etwas mehr Publizität zu geben. Was sich schliesslich auch erfolgreich bestätigte. Doch der grosse Andrang ist bis heute ausgeblieben (zum Glück !), denn bis heute ist es nicht möglich die Tour als reine Hüttentour zu absolvieren. Teile des Wegs am See Akkajaure, sowie dem Reisadalen haben heute keine oder nur private Hütten.

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Von der finnischen Regierung und den Königshäusern Schwedens und Norwegens unterschriebener Eröffnungsstein am Treriksrøysa in Kilpisjärvi / Finnland

Schon der südliche Start- / Zielort ist zweigeteilt. Entweder man startet im schwedischen Kvikkjokk oder im norwegischen Sulitjelma, bevor sich die beiden Wege in Staddajåkkå treffen. ( In Kvikkjokk beginnt der Padjelantaleden ). Nun wollte man wohl die Norweger nicht vor den Kopf stossen und so machte man kurzerhand noch einen zweiten Startort in Sulitjelma. Für mich wird der Startort meiner TreNTur / 2017 Sulitjelma sein. Dies aus zwei Gründen. Zum einen möchte ich die Gegend nach Sulitjelma, im Soriusgebirge mal auch im Sommerkleid sehen. Ich hatte 2015 hier ja das Vergnügen im August im tiefsten Winter rumzulatschen….. und zum anderen, möchte ich eine kleine Tagestour zum Blåmannsisen Gletscher wagen, wo ich auch noch etwas für das Jahr 2018 rekognoszieren möchte 😉

 

Das 2. N steht dann für…..

NORDLANDSRUTA  Der wohl unbekannteste Fernwanderweg in Skandinavien, welcher sich etwas über 500 Kilometer, vom nördlichen Børgefjell bis hoch ins Narvikfjell erstreckt. Während der Nordkalottleden, nach der westlichen Umrundung des Akkajaure, östlich in den Kungsleden mündet und ihm dort bis nach Abisko folgt, führt die Nordlandsruta tief in das Narvikfjell hinein. Die Nordlandsruta endet an der kleinen Bahnstation Katterat, an der Zugslinie Narvik – Kiruna. Ich wähle nach 2015 zum erneuten Male die Route über das Narvikfjell und werde den Kungsleden / Nordkalottleden auslassen. Hier ist sicher der Beweis dafür, dass man 1993 den STF Hütten am Kungsleden wirtschaftlichen Auftrieb durch die zusätzliche Streckenführung des Nordkalottledens erbringen wollte. Völlig unverständlich, dass man die wunderschöne Streckenführung der Nordlandsruta durch das Narvikfjell ausser Acht lies. Die Nordlandsruta bringt mich also dann bis nach Abisko hoch. Die Strecke Katterat – Abisko werde ich mit dem Zug zurücklegen, um in Abisko das Depot und Proviant aufzunehmen.

Und zum Schluss steht das 3. N für……..

NÁBÁR   Nábár steht nicht für einen Weg wie die ersten zwei N, sondern für eine Gegend. Der Nordkalottleden wird mich vom schwedischen Abisko über das finnische Kilpisjärvi bis ins norwegische Reisadalen führen. Im Reisadalen befindet sich eine Hütte des DNT, Nedrefosshytta. Von dieser Hütte würde der Nordkalottleden nun in drei Tagen nach Kautokeino, dem Ziel / Startort des Nordkalottledens führen. Falls es die Verhältnisse und das Wetter erlauben, plane ich hier aber nochmals nordwärts über die Hochebene Nábár nach Alta zu gelangen. Dies wäre dann quasi auch das Supplement oder das Dessert der ganzen Tour.

Ich bin mir aber bewusst, dass ich mit 100% Sicherheit nicht nochmals die gleichen, perfekten Verhältnisse zwischen Kilpisjärvi und Alta antreffen werde wie 2015. Diese waren so unglaublich perfekt, dass ich mitnichten an eine Wiederholung solcher Bedingungen glaube. Das Positive, ich kann bei ungünstigen Verhältnissen mit einem Augenzwinkern nach Kautokeino wandern, ich weiss ja wie es sein könnte. Das Negative, ich würde bei einer Absage ans Nábár schon etwas wehmütig sein, ich weiss ja auch wie es eben sein könnte!

Die TreNTur / 2017 wird also eine etwas zusammengeschusterte Fernwanderung geben, welche mir aber unterwegs einige Freiheiten gibt. Nebst den drei N in der Tour, sticht sicher auch der mehrtägige, weglose Teil zwischen der schwedischen STF Hütte Kutjaure und der norwegischen DNT Hütte Røysvatn ins Auge ( ersichtlich in der angefügten Google Maps Karte ). Dieser Teil des nördlichen Padjelantas um das Gebiet des Stibok, wird mit Sicherheit eine spezielle Herausforderung, auf die ich mich ganz speziell freue.

Der ungefähr errechnete Zeitrahmen für die rund 650 – 700 Kilometer liegt bei c.a. 30 Tagen. Die Rückreise bleibt aber offen, um alle Eventualitäten miteinrechnen zu können. Start ist Anfangs August vorgesehen, um das mehrheitlich stabile Wetter auf diesen Breitengraden ausnützen zu können. Informationen zur Ausrüstung gibt es hier ! Sie wird grundlegend die gleiche sein wie auf Norge på langs.

 

 

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