Teil 4/13 : Der Weg nach Gol

Es ist ein zweitägiger Aufenthalt in Geilo geplant, dies hat auch einen ganz speziellen Grund für mich. Den am 24. Mai jährt sich zum ersten Mal der tragische Flugunfall, bei welchem drei meiner besten Fliegerfreunde ums Leben kamen. Es war von Anfang an geplant dass ich diesem Tag eine besondere Bedeutung geben wollte. Ich will mir einen Tag Zeit nehmen, um irgendwo im Fjell Abschied nehmen zu können. Sogar die norwegischen Wettergötter haben ein Einsehen, und lassen mir diesen Tag mit wolkenlosem Himmel und milden Temperaturen bescheren. Von Geilo ziehe ich los Richtung Bjordalshøgdin nahe der Tuva Hütte (DNT) . Nach c.a. vier Stunden erreiche ich einen wunderschönen Platz inmitten der grandiosen Landschaft nahe der Hardangervidda und verbringe dort eine emotionale aber für mich sehr wichtige Zeit.

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Namenloser See nahe der Hardangervidda

 

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Prestholtskarvet im Hallingskarvet National Park

 

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Hardangerjøkulen

 

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Gedenkplatz des Unfalls vom 24.Mai 2012

 

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Gedenkstein im Nirgendwo

 

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Rückkehr in die Zivilisation von Geilo

 

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Perfektes Terrain zum Laufen……besser als Sumpf!!

Während dem ich mich auf den Rückweg mache, lasse ich mir auch den bisherigen Verlauf der Tour etwas intensiver durch den Kopf gehen. Es wird mir zum ersten Mal auch bewusst, dass es wohl ein grosses Wunder braucht, um in zwei Monaten am Nordkap ankommen zu können. So gut ich trotz all den Widrigkeiten voran komme, so kräfteraubend ist es jeden Tag von neuem zu planen, kurzfristig den ganzen Routenverlauf dem Wetter anzupassen und schliesslich auch das ewige Fragen nach; was kommt morgen ? Plötzlich ist die Option da, es nicht zu schaffen……… wie werde ich mit dieser Frage umgehen ?

Aber es ist auch die Einsicht, trotz allem eine sensationelle Zeit zu erleben, jeden Tag zu geniessen und das Leben einzuatmen, so wie es meine drei Freunde nicht mehr können. Es ist ein Privileg unterwegs zu sein, etwas zu erleben was nur die wenigsten können, ja es ist an der Zeit weiterzugehen, egal wie diese Tour auch enden mag.

Schnell ist klar, das ich über Gol und das Golsfjellet gehen werde, somit kann ich sogar in Fagernes vorbeischauen und dort „auftanken“.

Mittlerweile ist Morten in Lindesnes aufgebrochen und Simon kurz davor. Mit beiden hatte ich im Vorfeld Kontakt und wir konnten viele Infos über die Tour austauschen, ein nicht ganz unwichtiger Faktor und vor allem ein sehr hilfreicher! Beide haben das gleiche Ziel wie ich, aber beide haben auch einen Monat mehr Zeit eingeplant, können so auch mit mehr Reserve unterwegs sein und es auch etwas „gemütlicher“ nehmen.

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Unterwegs nach Gol

Via Hal und Ål geht es nach Gol runter. Das Wetter macht nun endlich mal etwas mit und verwöhnt mich mit Sonne und 20° . Ich fühle mich topfit, die Schmerzen sind nahezu verschwunden (kein Wunder, nachdem ich etwa drei Tuben Voltaren Dolo Forte vernichtet habe!), konditionell bin ich so gut drauf, dass ich den Tag voll geniessen kann und etwa drei Kilometer vor Gol den Bremsweg einlegen muss. Dies resultiert dann aber auch in einem wesentlich höheren Kalorienverbrauch, dem ich in Gol vehement entgegentreten will.

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Bin mir nicht sicher ob die Norweger ihren Ski-Künsten nicht trauen, aber der Friedhof im Zielgelände dieses Skiliftes macht mich schon nachdenklich!

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Wenn man die Gelegenheit hat als NPL-Läufer in einem der besten Steakhäuser Norwegens halt zu machen, so soll man es tun!

Am nächsten Tag, wiederum bei gutem Wetter…….. das machte mich schon langsam etwas skeptisch, lief ich hoch ins Golfjellet. Der Anstieg zu Beginn nach Solseter war allerdings nicht ganz ohne, wenn ich an meinen Mageninhalt dachte, doch ich war hochmotiviert und genoss es einfach mal nur zu laufen. In Solseter sah ich, dass etwas landeinwärts, parallel zur Strasse einige Langlauftracks verliefen. Diese wollte ich nutzen, um von der Strasse wegzukommen, und landschaftlich war es sowieso schöner. Wie weit ich an diesem Tag gehen wollte war nicht klar, doch ich liess mich einfach mal treiben.

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Perfektes Laufgelände und erst noch alles angeschrieben ! ( Die Bärenhaufen unterwegs, liessen mich dann allerdings die Salami doch etwas besser und geruchsarmer einpacken )

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( Dies ist übrigens kein See……dies ist der Weg )

Nach so einem tollen Lauftag, wollte ich diesen auch erstklassig beenden. Der nahe gelegene Golsfjelltoppen am Storefjell ist der höchste Punkt des Fjells mit 1149 Meter über Meer. Der späte Nachmittag und Abend versprachen wunderschön zu bleiben, also nichts wie hoch. Auf einer alten Karte sah ich, dass da oben auch noch eine Herberge sein soll, direkt unter dem höchsten Punkt, na wunderbar! Schnell angerufen ob ein Zimmer erhältlich sei, und das war es auch, nix wie hin.

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Als ich den Kasten dann so am Hang protzen sah, wurde mir dann doch etwas mulmig……..Herberge???? Es gibt Erlebnisse auf der Tour, die wird man kaum vergessen können, dies war ein solches ! Mit meinen total verdreckten Hosen und Schuhen, am Rucksack die halbe Küche hängend und würzig nach Mutter Natur riechend, lief ich über den grossen, roten Teppich in die Eingangshalle der mittlerweile als 5 Sterne – Hotel erkannten „Herberge“ ein. Die drei Damen und Herren an der Reception konnten oder besser, wollten nicht glauben was da zur Pforte eintrat. Aber alle setzten sofort wieder ihr angelerntes, freundliches Lächeln auf, und schon nach kurzer Zeit war das Eis gebrochen. Als ich erzählte dass ich auf Norge på langs sei, wurde der Gast sofort zum König geadelt und mir öffnete sich jede Tür. Warum nicht dachte ich, ist ja nur für eine Nacht ( die mich trotz Niedrigtarif soviel kostete wie 3 Wochen Outdoor ). Super Zimmer, 7 Hotelbars und ein Speisesaal in dem man einen Campingplatz einrichten konnte, hinderten mich nicht, nun auf den Toppen hochzulaufen und den Abend zu geniessen. Was für ein Blick sich mir hier anerbot, einfach Wahnsinn !! Dafür lohnten sich jegliche Mühen unterwegs.

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Die Blicke nach Reineskarvet und Jotunheimen waren gigantisch. Dies war ein perfekter Tag !

Den Abend im Hotel hatte ich während der Tour porträtiert, es war wirklich ein perfekter Tag 😉 ( Link )

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FILM TEIL 1 ( Link zu Vimeo )

 

Ein Kommentar

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  1. Pingback: Tourbericht Teil 4 | Norge på langs 2013 + 2015

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